Coaching oder Therapie?

Warum Coaching?

Erinnern Sie sich noch, wie Sie als Kind verstecken gespielt haben? Sie haben sich die Augen zugehalten und gerufen: Such mich!“ Vermutlich haben Ihre Eltern mitgespielt und so getan, als würden sie Sie nicht sehen. Sie haben nach Ihnen gerufen und vielleicht haben Sie leise gekichert, weil Sie sich gefreut haben, sich so gut „versteckt“ zu haben.

Als Erwachsene versuchen wir das oft, wenn wir Kummer, Sorgen oder Probleme haben: wir verschließen die Augen vor dem, was uns bedrückt. Bedauerlicherweise klappt das auch da nicht dauerhaft. Was am Anfang noch gut gelingen mag, löst am Ende nichts. Im Gegenteil. Oft wird es dadurch eher schlimmer.

Aufgrund meiner eigenen Geschichte weiß ich, dass man nicht zu lange warten sollte, bis man sich seinen Herausforderungen stellt. Wer nämlich zu lange wartet, braucht mehr Zeit, mehr Energie und mehr Ressourcen, um wieder das Steuer übernehmen zu können. Anders gesagt: wenn Sie auf eine Verletzung immer wieder ein Pflaster kleben, wird die Wunde dadurch nicht besser. Vielleicht ist sie sogar irgendwann so schlimm, dass Sie einen Arzt benötigen. Raten Sie mal, was der als erstes machen wird…

Schwierige Phasen gehören zum Leben einfach dazu. Und das ist auch gut so. Denn Entwicklung und Wachstum finden nunmal außerhalb der Komfortzone statt. Manchmal reicht schon eine Änderung des Blickwinkels oder das Bewusstmachen der eigenen Stärken. Hören Sie auf, Pflaster zu kleben.

Manchmal braucht es doch eine Therapie

Ein Coaching kann und soll eine Therapie nicht ersetzen. Hier gibt es klare gesetzliche Regelungen. Im Coaching geht es immer darum, aus eigenem Antrieb eine persönliche Entwicklung anzustreben. Das setzt voraus, dass der Coachee psychisch gesund ist und sich selbst und das eigene Leben im Alltag managen kann. Ist das nicht der Fall, braucht es einen Therapeuten.

Was zählt zu den psychischen Erkrankungen? Hier ein paar Beispiele:

  • Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Symptomen
  • Angst- und Zwangsstörungen
  • Traumata oder Belastungsstörungen
  • Abhängigkeiten (z.B. Alkohol, Medikamente, psychedelische Substanzen, etc.)
  • sog. affektive Störungen wie z.B. Depressionen, Manien, etc.

Geht auch beides?

Ein klares: Jein. Es besteht die Möglichkeit, zusätzlich zu einer Psychotherapie auch ein Coaching in Anspruch zu nehmen. Voraussetzung dafür ist, dass die Themen klar voneinander abgegrenzt sind und sowohl der/die Therapeut*in und Coach voneinander wissen.

Im Zweifel hilft darüber sprechen. Jeder gut ausgebildete Coach kennt die Abgrenzung zwischen Therapie und Coaching und kann Empfehlungen für das weitere Vorgehen aussprechen.